Inside be quiet!

02.02.2022

Moderne PC-Hardware benötigt viel Leistung. Nicht nur für absolute Enthusiasten und Workstation-Betreiber lohnt es sich zu verstehen, wie viel Energie das eigene System im Ausnahmefall benötigt. Wir erklären die Hintergründe rund um das Thema Lastspitzen.

Was sind Lastspitzen?

Plötzlich wird der Monitor schwarz. So vielfältig wie die Ursachen auch sein mögen, schaltet sich der PC im laufenden Betrieb von selber aus, deutet dies häufig auf ein Hardwareproblem hin. Eine Fehlerquelle kann das Netzteil sein, welches evtl. schon seit ein paar Jahren in Betrieb ist und beim letzten Hardwarewechsel nicht ausgetauscht wurde.

Sporadisch auftretende Lastspitzen können hier die Ursache sein, doch was sind Lastspitzen im Kontext von PCs überhaupt? Ein kurzzeitiger Leistungsanstieg aufgrund hoher Auslastung des Systems über die TDP-Spezifikation der CPU bzw. GPU hinaus wird als Lastspitze oder auch Peak bezeichnet. Sollte das Netzteil auf diese Leistungsspitzen nicht ausgelegt sein sorgen die verbauten Schutzschaltungen im Netzteil, wie zum Beispiel OPP (Überlastungsschutz) und OCP (Überstromschutz) dafür, dass sich das Netzteil sicher abschaltet, bevor Komponenten Schaden nehmen können.

Solche Schaltungen sind heute bei den meisten Markennetzteilen verbaut. Wann genau sich das Netzteil abschaltet, hängt von vielen Faktoren ab. Zu einer sicheren Abschaltung, ausgelöst durch die Schutzschaltungen des Netzteils, kommt es dann, wenn die zur Verfügung stehende Gesamtleistung des Netzteils an den 12V-Schienen über einen festgelegten Zeitraum im Millisekunden Bereich um einen bestimmten Wert überschritten wird.

Bei be quiet! Netzteilen ist diese Grenze großzügig bemessen. Für ca. 20 Millisekunden können unsere Netzteile mit einer erhöhten Leistungsabnahme von ca. 120-130% belastet werden. Wenn CPU und GPU gleichzeitig viel Leistung fordern, was selbst schon bei leistungshungrigen Spielen durchaus passieren kann, werden bei unterdimensionierten Netzteilen die Werte überschritten und es kommt zur Abschaltung. Diese geht jedoch nicht mit Langzeitschäden einher, der PC kann nach so einer Notabschaltung ganz normal weiter betrieben werden. Dennoch sollte über ein neues Netzteil nachgedacht werden, vor allem dann, wenn gerade eine neue High-End-Grafikkarte eingebaut wurde. Ansonsten ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sich das System bald wieder aufgrund einer Überlastung ausschaltet.

Welches Netzteil passt für mein System?

Der maximale durchschnittliche Leistungsbedarf ist über die letzten Generationen an Grafikkarten immer weiter gestiegen. Bereits bei einem Blick auf die TDP-Werte (Thermal Design Power) der Referenzkarten von AMD und NVIDIA wird deutlich, dass hier Netzteile mit immer höheren Wattklassen gefordert werden.

Mit ca. 300 Watt unter Last alleine für die Grafikkarte kann es mit Netzteilen um 500 Watt schnell eng werden. Auch, da die Anforderungen der CPU sowie aller ans Mainboard angeschlossenen Geräte (von RGB-Lüftern bis Peripherie) hier nicht vernachlässigt werden sollten. Um genau das richtige Netzteil zu finden, bietet unser Netzteil-Kalkulator viele Einstellungen und wird darüber hinaus regelmäßig aktualisiert. Nach der Eingabe aller Details werden verschiedene Netzteile empfohlen, um jedem Anspruch hinsichtlich Performance, Effizienz und Budget gerecht zu werden.

Moderne High-End-Hardware neigt dazu, vom Netzteil für kurze Zeit mehr Leistung anzufordern, als die Spezifikationen auf den ersten Blick verraten. Es muss nicht gleich das Netzteil mit der höchsten Wattklasse sein, jedoch sollte bei der Zusammenstellung des nächsten PC-Systems unbedingt mit einem Puffer gerechnet werden, um auftretende Lastspitzen sicher abfangen zu können. Unser Netzteil-Kalkulator findet für jedes System das passende Netzteil.