Inside be quiet!

13.02.2019
Was ist eigentlich eine Dämmmatte? Wie ist sie aufgebaut? Und wofür genau ist sie eigentlich da?

Es gibt diverse Möglichkeiten, einen lauten PC leise zu bekommen - lautstärkeoptimierte Lüfter zum Beispiel, SSDs statt klassischer HDDs, oder entkoppelte Aufhängungen für Gehäuselüfter und Festplattenkäfige. Ein wichtiger Bestandteil eines wirklich leisen PCs befindet sich allerdings nur selten auf dem Radar der Nutzer, weil er so unauffällig und selbstverständlich ist – die Dämmmatte. Aber was genau macht sie eigentlich?

Viele kleine Geräuschquellen summieren sich auf, und schlussendlich ist ein lauter PC nichts anderes als das Resultat von vernachlässigtem Lärmschutz. Die konsequente Dämmung eines PCs kann einen akustischen Unterschied von mehreren db(A) ausmachen. Eine Dämmmatte absorbiert in erster Linie bestimmte Frequenzen, so dass sie nicht nach außen dringen können. Diese Töne entstehen beispielsweise in Netzteilspulen oder in simplen Lüfterlagern, und liegen im Regelfall zwischen 1.500 und 5.000 Hz. Wie gut diese Frequenzen von den Dämmmatten geschluckt werden, hängt dabei von deren Aufbau ab.
Früher waren Dämmmatten eigentlich nur im Eierpappenstil aus einfachem Schaumstoff aufgebaut – das ist besser als nichts, aber kann weiter optimiert werden. Mittlerweile sind es verdichtete Mehrschichtplatten, die Bitumenpappe und Spezialschaummatten kombinieren, und dadurch gleich mehrere potenzielle Störquellen abdecken können – abgeschlossen von einer dünnen Vliesschicht mit extrem feinen Noppen an der Oberfläche, welche die Schallwellen im Innern des Computers tausendfach brechen. Standardmäßig sind Dämmmatten zwischen 5 und 10 mm dick. Das richtige Maß hinzubekommen, ist eine delikate Angelegenheit: Zu dünn dürfen sie nicht sein, da sie dann ihren Zweck verfehlen. Und zu dick auch nicht, da sie dann dem optimalen Airflow sowie Komponenten und Kabeln buchstäblich im Weg stehen, was direkt negative Auswirkungen auf die Innentemperatur hat – wodurch die Lüfter wieder schneller drehen müssen und lauter werden, was den ganzen Plan natürlich gründlich sabotiert.
Zu guter Letzt wirken großflächigen Gehäuseteile mit geringer Wandstärke wie eine Membran, und sind neben lauten Lüftern oftmals der Hauptgrund, weshalb ein PC laut ist. Dämmmatten stabilisieren durch ihr Eigengewicht die Außenhaut des Gehäuses, so dass dieses weniger vibriert oder mitschwingt. Vibrationen entstehen hauptsächlich durch die Rotationsbewegungen der im System verbauten Lüfter. Mit qualitativ hochwertigen Lagern und aerodynamischen Lüfterblättern kann man sie zwar weitestgehend unterdrücken, aber niemals vermeiden. Aber auch andere Komponenten mit beweglichen Teilen wie Festplatten verursachen Schwingungen, die zum Beispiel durch gummierte Festplattenkäfige minimiert werden.

 

be quiet! war Anfang der 2000er einer der ersten Hersteller von Dämmmatten-Sets - früher waren unsere Platten noch kirrebunt, heute geht’s mit sorgsam gewähltem Anthrazit in jeder Hinsicht ruhig zur Sache. Wir führen unterschiedlich ausgestattete Komplettsets für Midi- und Big-Tower. Ein gutes Dämmmatten-System gehört mittlerweile genauso in einen modernen Computer, wie ein effizientes Netzteil und leise Lüfter. Aber sie ist kein Allheilmittel – einfach nur eine Dämmmatte in einen lauten PC einzukleben, macht ihn nicht automatisch unhörbar. Dennoch ist sie ein wichtiger Bestandteil des Gesamtkonzeptes, das den Unterschied zwischen „in Ordnung“ und „leise“ machen kann. Deshalb sind all unsere Gehäuse mit Dämmmatten ausgestattet, die höherwertigen und lautstärkeoptimierten Gehäuse mit besonders hochwertigen.